Die Seiten heißen „sweetlittleangels“, „younglolitas“ oder „preteenpussies“. Nur ein Klick, schon erscheinen die Fotos auf dem Bildschirm. Sie zeigen Kinder, die in knappen String-Tangas und transparenten Blusen lasziv posieren wie Erwachsene; manche spreizen die Beine, andere tragen Lack und Leder, fast alle sind im Alter von fünf Jahren aufwärts. Solche sogenannten „Posing-Bilder“ gelten in Deutschland inzwischen als Kinderpornografie; mit ihnen zu handeln und sie weiterzuverbreiten ist strafbar. Im Internet aber sind sie einfach zu finden, werden millionenfach geklickt. Noch.
Noch steht das Hochladen von Bildern mit Kindern in lasziven Posen unter Strafe.
Ein neues Netzwerk will das ändern. Unter Koordination des Zentrums für Kinderschutz im Internet (I-KIZ ) arbeiten künftig Jugendschutzorganisationen, Politik und Unternehmen unter dem Titel „Keine Grauzonen im Internet“ gemeinsam daran, die Verbreitung solcher Bilder zu verhindern. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) übernimmt die Schirmherrschaft für das Netzwerk, das Projekt gehört zu ihrem Gesamtkonzept zum Schutz von Kindern gegen sexuelle Gewalt. „Wir müssen die Kinder im digitalen Raum schützen und dafür sorgen, dass der Markt für solche Bilder kaputt gemacht wird“, sagte sie am Montag in Berlin.
Dieser Markt ist ziemlich groß. Kinderpornografie gilt international als sozial geächtet, Bilder von Kindern in geschlechtsbetonten Posen hingegen fallen in vielen Ländern in die rechtliche „Grauzone“ – und werden über das Internet verbreitet. Im Sommer suchte Jugendschutz.net, die länderübergreifende Stelle für den Schutz von Kindern im Internet, zwei Monate lang nach szenetypischen Begriffen und Posing-Bildern im Netz. Das Ergebnis lässt sich in einer großen Zahl zusammenfassen: 280. Von so vielen Fotos fanden die Jugendschützer 172 auf Webseiten und 108 in sozialen Netzwerken; verbreitet wurde die Mehrzahl vor allem über Server und Dienste aus den Niederlanden, mehr als 30 Prozent kamen aus den USA, neun Prozent aus Russland. Das Internet macht an der Ländergrenze nicht halt.
Auch auf diese Fälle will sich das Netzwerk konzentrieren. „Trotz unklarer Rechtslage in vielen Ländern ist es möglich, einen Großteil dieser Angebote der Plattform zu entziehen“, sagte Friedemann Schindler, Leiter von Jugendschutz.net. Der Aufwand ist allerdings hoch. Mehr als die Hälfte der von Jugendschutz.net gefundenen Bilder löschten Provider und Betreiber erst, nachdem die Organisation sie dazu aufgefordert hatte. Im Schnitt dauert es 18 Tage, bis die Fotos von den Seiten verschwinden. Zu lange, wie Schindler zugibt. Kinderpornografisches Material werde inzwischen innerhalb von Stunden oder zwei bis drei Tagen entfernt.
Um gegen die Verbreitung solcher Bilder vorzugehen, brauchen Experten wie Schindler weitere Hilfe. Zum Netzwerk gehören neben Jugendschutz.net auch die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter, das Forschungsnetzwerk „Kein Täter werden“ und der Suchmaschinen-Konzern Google. „Der Schlüssel liegt in der Zusammenarbeit mit großen Anbietern wie Google“, sagte Jutta Croll, Geschäftsführerin des I-KIZ. Google überprüft und entfernt Posing-Bilder nach eigenen Angaben sofort, wenn Hinweise eingehen. Künftig erscheinen verlinkte Hilfeseiten, wenn ein Suchbegriff eingegeben wird, der verdächtig ist. Und es erscheint ein Warnhinweis: „Achtung – Missbrauchsfälle sind illegal. Melden Sie diese.“ Ob sich der Nutzer daran hält, kann Google nicht überprüfen.
Noch steht das Hochladen von Bildern mit Kindern in lasziven Posen unter Strafe.
Ein neues Netzwerk will das ändern. Unter Koordination des Zentrums für Kinderschutz im Internet (I-KIZ ) arbeiten künftig Jugendschutzorganisationen, Politik und Unternehmen unter dem Titel „Keine Grauzonen im Internet“ gemeinsam daran, die Verbreitung solcher Bilder zu verhindern. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) übernimmt die Schirmherrschaft für das Netzwerk, das Projekt gehört zu ihrem Gesamtkonzept zum Schutz von Kindern gegen sexuelle Gewalt. „Wir müssen die Kinder im digitalen Raum schützen und dafür sorgen, dass der Markt für solche Bilder kaputt gemacht wird“, sagte sie am Montag in Berlin.
Dieser Markt ist ziemlich groß. Kinderpornografie gilt international als sozial geächtet, Bilder von Kindern in geschlechtsbetonten Posen hingegen fallen in vielen Ländern in die rechtliche „Grauzone“ – und werden über das Internet verbreitet. Im Sommer suchte Jugendschutz.net, die länderübergreifende Stelle für den Schutz von Kindern im Internet, zwei Monate lang nach szenetypischen Begriffen und Posing-Bildern im Netz. Das Ergebnis lässt sich in einer großen Zahl zusammenfassen: 280. Von so vielen Fotos fanden die Jugendschützer 172 auf Webseiten und 108 in sozialen Netzwerken; verbreitet wurde die Mehrzahl vor allem über Server und Dienste aus den Niederlanden, mehr als 30 Prozent kamen aus den USA, neun Prozent aus Russland. Das Internet macht an der Ländergrenze nicht halt.
Auch auf diese Fälle will sich das Netzwerk konzentrieren. „Trotz unklarer Rechtslage in vielen Ländern ist es möglich, einen Großteil dieser Angebote der Plattform zu entziehen“, sagte Friedemann Schindler, Leiter von Jugendschutz.net. Der Aufwand ist allerdings hoch. Mehr als die Hälfte der von Jugendschutz.net gefundenen Bilder löschten Provider und Betreiber erst, nachdem die Organisation sie dazu aufgefordert hatte. Im Schnitt dauert es 18 Tage, bis die Fotos von den Seiten verschwinden. Zu lange, wie Schindler zugibt. Kinderpornografisches Material werde inzwischen innerhalb von Stunden oder zwei bis drei Tagen entfernt.
Um gegen die Verbreitung solcher Bilder vorzugehen, brauchen Experten wie Schindler weitere Hilfe. Zum Netzwerk gehören neben Jugendschutz.net auch die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter, das Forschungsnetzwerk „Kein Täter werden“ und der Suchmaschinen-Konzern Google. „Der Schlüssel liegt in der Zusammenarbeit mit großen Anbietern wie Google“, sagte Jutta Croll, Geschäftsführerin des I-KIZ. Google überprüft und entfernt Posing-Bilder nach eigenen Angaben sofort, wenn Hinweise eingehen. Künftig erscheinen verlinkte Hilfeseiten, wenn ein Suchbegriff eingegeben wird, der verdächtig ist. Und es erscheint ein Warnhinweis: „Achtung – Missbrauchsfälle sind illegal. Melden Sie diese.“ Ob sich der Nutzer daran hält, kann Google nicht überprüfen.